Entwicklung

Seit März 1996 ist Hermann Pfleiderer der 1. Vorstand der Siedlergemeinschaft und erfüllt dieses Amt mit seiner ganzen Kraft.
Der Schuppen, sehr schön am Waldrand gelegen, ist nicht nur ein Holzhaus, gefüllt mit Krempel aller Art und einmal im Jahr der Ort für unser Schuppen- und Kinderfest. Die älteren unter uns werden sich erinnern, dass er einmal als Lagerort für gemeinsam Eingekauftes war und dass man sich dort mit allerlei Dingen  für Haus und Garten eindecken konnte (Baumärkte gab es noch nicht).
In späteren Zeiten wurde er als Geräteschuppen verwendet, wenn an den Leitungen oder Anschlüssen der Wasserleitungen für die Zusatzgärten etwas zu reparieren war. Inzwischen regeln die Besitzer der Zusatzgärten ihre Wasserzufuhr in  eigener Zuständigkeit.
Den sozialen Charakter der Siedlung und die Verbundenheit der Familien untereinander zeigt wohl am besten folgende Einrichtung, die bereits während der Bauzeit der Siedlung durch besondere Initiative des Siedlerkameraden Ernst Sieber geschaffen wurde. Bei dem Ableben eines Mitglieds wird eine freiwillige Sammlung gemacht, die der betroffenen Familie eine Kranzspende mit einer ansehnlichen Summe einbringt und sie in finanzieller Hinsicht unterstützt.
In jüngerer Zeit wurde ein paarmal der Vorschlag gemacht, diese Sterbegeldsammlung einzustellen, jedoch bekam dieser Vorschlag in unseren Hauptversammlungen keine Mehrheit.
Bis zu den 70er Jahren hatte sich vieles geändert. Die wirtschaftliche Lage verbesserte sich, die Autos nahmen zu und dies stellte unsere Siedlung vor neue Probleme. Damals wurde erreicht, die Siedlung für den Durchgangsverkehr zu sperren. Die Verkehrssituation hat sich aber nicht verbessert. Deshalb wurde Neuwirtshaus vor ein paar Jahren zur 30-Zone. Es zeigt sich aber, dass immer öfter Tempo 30 missachtet wird und so ist der Ausschuss der Siedlergemeinschaft immer wieder daran, weiter gehende Maßnahmen zu beantragen bzw. durchzusetzen. Zum Glück und dank der besonderen Schutzengel unserer Kinder kam bei uns noch niemand zu schlimmem Schaden. Was Helmut Walz noch in seiner aktiven Zeit als Siedlungsvorstand begonnen hatte, wurde ………. endlich wahr: Dem Schleichverkehr nach Korntal wurde durch eine Schranke auf Höhe des Parkplatzes Grenzacker endlich Einhalt geboten. Für alle Radfahrer, die Kinder, die nach Korntal zur Schule gehen und insbesondere für alle Spaziergänger ist das Sträßle beim „Pferdebauer“ wieder ohne Gefahr zu genießen.
Schöne Vorgärten, gepflegte Häuser und liebevoll gestaltete Gärten sind der Anlass, dass Neuwirtshaus immer wieder an Siedlungswettbewerben teilgenommen hat. Im Jahr 2003 hat Neuwirtshaus einen von zwei Sonderpreisen (bei Teilnahmen in ganz Baden-Württemberg) gewonnen.
Damit die Schönheit unseres Neuwirtshaus auch bestehen bleibt, führt der Ausschuss der Siedlergemeinschaft jedes Jahr Siedlungs- bzw. Gartenbegehungen durch. Auffälligkeiten werden den jeweiligen Siedlern persönlich mitgeteilt.
Die Stadt Stuttgart, die für unsere Siedlungshäuser ein Vorkaufsrecht hat, beschloss in den 70er Jahren, dass die zurückgegebenen Häuser nur noch vermietet, nicht mehr verkauft werden. Dies hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert: Heute kann man in der Regel ein Haus nicht mehr mieten sondern muss es käuflich erwerben. Das Bewerbungsverfahren um ein Haus (übers Liegenschaftsamt und über den Siedlungsvorstand) hat sich bewährt und wird weiterhin so gehandhabt.
Das Erbbaurecht ist immer wieder ein besonderes und heikles Thema. In den 80er Jahren konnte das Erbbaurecht bis 2040 verlängert werden, dies erschien damals noch in weiter Ferne. Jedoch die Zeit vergeht und so wurden im Jahr 2006 die Verhandlungen über eine weitere Verlängerung wieder aufgenommen.
Dank des besonderen Einsatzes von Herrn Pfleiderer konnte im Herbst 2007 ein befriedigendes Ergebnis gefunden werden: Die Siedler bekommen die Möglichkeit, sich innerhalb der nächsten 5 Jahre zwischen drei Möglichkeiten zu entscheiden: 1. Die Erbpacht 2040 auslaufen zu lassen, 2. Die Erbpacht bis 2065 zu verlängern und 3. Grund und Boden zu einem besonders günstigen und je nach Lageplan festgesetzten Preis pro m² zu erwerben.
Tradition in der Siedlung ist auch unsere Jubilarehrung, die im Rahmen der jährlich stattfindenden Jahreshauptversammlung durchgeführt wird. Es werden die Siedlerinnen und Siedler für ihre Verdienste in der Gemeinschaft geehrt, die im jeweiligen Jahr 65 Jahre jung werden.
Ein weiteres Beispiel für gute Zusammenarbeit zwischen unserer Schule und der Siedlergemeinschaft ist das Erntedanksammeln. Am Samstag vor Erntedank gehen die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse mit Leiterwägen von Haus zu Haus und sammeln Erntedankgaben ein. Diese bilden dann den Altarschmuck für den ökumenischen Erntedankgottesdienst am nächsten Tag.
Ebenfalls im Herbst organisiert der Ausschuss der Siedlergemeinschaft einen Ausflug, bei dem alle Interessierten willkommen sind. Dieser Ausflug erfreut sich von Jahr zu Jahr einer immer stärkeren Beteiligung und alle, die einmal dabei waren, gehen gerne wieder mit.
Im Gedenken an unsere Gefallenen und im Krieg Verbliebenen wird jedes Jahr am Volkstrauertag an der Gedenktafel an der Michaelskirche ein Kranz niedergelegt. Wir wollen mit diesem Kranz ein Zeichen setzen, dass niemand vergessen ist und gleichzeitig mahnen, damit solch eine schreckliche Zeit niemals wieder kommt. Alles war wir im Kleinen dazu tun können, nämlich den Frieden bewahren und Gemeinschaft halten, darum wollen wir uns bemühen, das rechtfertigt die doch manchmal schwierige Arbeit des Siedlungsauschusses.
Viel zu Frieden und Versöhnung trägt auch unser jährliches Heilig-Abend-Ständchen bei. Weihnachtlichen Weisen lauschend, vorgetragen vom Musikverein Korntal, einen Becher Glühwein in der Hand und einen lieben Nachbarn neben sich, besser kann man sich auf Heilig Abend gar nicht einstimmen. Und da es mit dem Schnee in unseren Breitengraden nicht mehr so recht klappt, haben wir seit ein paar Jahren wenigstens einen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz, der in der Vorweihnachtszeit mit viel Begeisterung und mit Hilfe der Feuerwehr von unseren Kindergarten- und Schulkindern geschmückt wird.

Wir sind froh und dankbar, dass in Neuwirtshaus die Gemeinschaft immer noch gelebt wird.

Die Vorstandschaft und der Ausschuss der Siedlergemeinschaft Neuwirtshaus ist bemüht, auch in den kommenden Jahren die Aufgaben in der Siedlung zu erfüllen.